Was wir tun
Rückkehrhilfe
Ob Rückkehr ins Herkunftsland oder Überstellung in den europäischen Staat, der für das Asylverfahren zuständig ist: Der SSI bietet eine individuelle Begleitung an, um die Wiedereingliederung zu erleichtern

Der SSI Schweiz fördert die Wiedereingliederung von Personen, die ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz leben und freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren möchten. Wir beraten diese Personen vor der Abreise bei der Suche nach beruflichen Perspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten, begleiten und coachen sie nach der Rückkehr vor Ort und leisten einen angemessenen finanziellen Beitrag an das Projekt. Alle unsere Projekte werden evaluiert und kontrolliert; wir investieren in Menschen, nicht in Strukturen.
Der SSI Schweiz begleitet Personen, die in Anwendung der Verordnungen des EU-Migrations- und Asylpakts in ein anderes europäisches Land überstellt werden. Dieser Pakt ersetzt seit Juni 2026 die Dublin-III-Verordnung und betrifft sowohl Asylsuchende als auch Personen mit internationalem Schutzstatus.
Wiedereingliederung im Herkunftsland
Seit 2004 begleitet der SSI Schweiz verletzliche Migrantinnen und Migranten, die ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus in der Schweiz leben und bereit sind, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Wir beraten sie vor der Abreise, helfen ihnen, ein Berufs- oder Ausbildungsprojekt zu entwickeln, und stellen dank unseres lokalen Netzwerks in über 120 Ländern die Nachbetreuung vor Ort sicher. Diese Initiative wurde vom gleichnamigen Verein ins Leben gerufen.
Website Wiedereingliederung
RESTART
Das im Oktober 2018 lancierte Mandat RESTART verbindet den SSI mit einem kantonalen Departement. Es richtet sich ausschliesslich an inhaftierte Personen, die die Schweiz am Ende ihrer Haft verlassen müssen. Derzeit gelten RESTART-Mandate in den Kantonen Genf, Waadt, Bern und Basel-Stadt. In diesem Rahmen trifft der SSI Schweiz potenzielle Begünstigte im Gefängnis, baut ein Vertrauensverhältnis auf und entwickelt mit ihnen ein konkretes Wiedereingliederungsprojekt für eine würdige und nachhaltige Rückkehr. Anschliessend begleitet er sie vor Ort – dank unseres lokalen Netzwerks in über 120 Ländern.
991
Projekte seit 2004
1704
Begünstigte
DUBLINO
Jedes Jahr werden mehrere Tausend Menschen in einem starren Rückübernahmeverfahren von einem europäischen Staat in einen anderen überstellt. Die Vorbereitung und die soziale Begleitung werden oft vernachlässigt, und die Kontinuität der Betreuung ist im Zielland nicht gewährleistet.
Seit 2015 arbeitet der SSI Schweiz mit dem Kanton Waadt zusammen, damit die betroffenen Personen vor Ort Zugang zu den zuständigen Stellen erhalten. Wir geben ihnen vor, während und nach der Überstellung die nötigen Informationen und Orientierungshilfen.
450
Personen haben seit Projektbeginn verlässliche Informationen erhalten
100
Rückkehrende wurden seit Projektbeginn vom SSI Schweiz betreut und begleitet
PAR
Lorsqu’une personne vulnérable doit quitter la Suisse suite à un retrait de permis de séjour ou souhaite retourner dans son pays d’origine mais a perdu le contact avec le contexte local, le SSI Suisse la soutient dans sa réinstallation, en faisant le lien avec les autorités et les services sociaux et médicaux du lieu de retour. S’il s’avère nécessaire, le SSI Suisse peut accompagner physiquement la personne concernée pour faciliter le passage de frontière, l’accès à l’hébergement et aux structures de prise en charge.
Khiara, sans-papier en Suisse, infirmière au Chili
Khiara ist noch keine neun Jahre alt, als sie in die Schweiz kommt. Ihre Mutter ist mit ihrem kleinen Bruder in Chile geblieben, und Khiara lebt in Genf bei ihrer Grossmutter Ana, die als Hausangestellte arbeitet. Doch keine von beiden hat einen legalen Aufenthaltsstatus in der Schweiz, und die Grossmutter kann sich den Aufenthalt finanziell nicht mehr leisten. Vier Jahre nach Khiaras Ankunft meldet sich Ana für das kantonale Rückkehrhilfeprogramm an.
Ana erhält eine finanzielle Unterstützung, um sich in Chile als Heimschneiderin selbstständig zu machen. Doch auch die kleine Khiara muss sich mit 13 Jahren nach vier Schuljahren in der Schweiz eine Zukunft in Chile aufbauen. Hier kommt das Programm zur Wiedereingliederung im Herkunftsland ins Spiel: Es übernimmt ihr Schulgeld an einer halbprivaten Schule in der Region Santiago. Dank der finanziellen Unterstützung kann sie ausserdem Französischkurse besuchen, um die während ihres Aufenthalts in der Schweiz erworbenen Kenntnisse nicht zu verlieren.
Seit zehn Jahren verfolgen wir Khiaras Fortschritte und die wichtigen Etappen ihres Weges und beteiligen uns bei Bedarf punktuell an ihrem Schulgeld.
Im September 2023 hat Khiara in Santiago ihren Abschluss als Technikerin in Krankenpflege gemacht, und seit Januar 2024 bildet sie sich zusätzlich in Kinesiologie weiter. Wir gratulieren ihr zu diesen schönen Erfolgen und wünschen ihr viel Erfolg für ihr künftiges Berufsleben!
Wir danken dem Genfer Roten Kreuz und der Bewilligungs- und Aufsichtsstelle für Pflegeplätze des Kantons Genf (SASLP) für die wertvolle Zusammenarbeit.
* Name geändert