Was wir tun

Adoption, Herkunfts- und Personensuche

Die eigene Herkunft und Geschichte zu kennen, trägt zur Identitätsbildung bei. Eine nahestehende Person wiederzufinden, kann zudem die Möglichkeit eines Kontakts eröffnen – unter Achtung des Willens aller Beteiligten.

Herkunftssuche


Menschen, die ihre Herkunft nicht kennen, können in einer Schlüsselphase ihrer Kindheit, ihrer Jugend oder im Erwachsenenalter das Bedürfnis verspüren, sie kennenzulernen. Ebenso kann irgendwann der Wunsch entstehen, den Kontakt zu einem Familienmitglied wieder aufzunehmen, zu dem die Verbindung abgebrochen ist.

Der SSI Schweiz begleitet Menschen bei Fragen rund um internationale Adoption, Zugang zu Informationen, Herkunftssuche und Personensuche. Wird eine gesuchte Person gefunden, kann der SSI Schweiz die Kontaktaufnahme und die Wiederherstellung der Beziehung unterstützen, sofern diese Person einverstanden ist. 

Herkunftssuche

In der Schweiz haben adoptierte Personen ab Volljährigkeit das Recht, Auskunft über die Identität ihrer leiblichen Eltern zu erhalten. Vor der Volljährigkeit muss das adoptierte Kind ein schutzwürdiges Interesse geltend machen, um die Herkunftssuche einzuleiten. Der SSI Schweiz begleitet Personen, die im Ausland nach ihrer Herkunft suchen möchten, über sein Partnernetzwerk und arbeitet bei Bedarf mit den kantonalen Zentralbehörden zusammen. Stammt die Anfrage aus dem Ausland, können wir mit Unterstützung der zuständigen Behörden auch eine Suche in der Schweiz durchführen.

Weitere Informationen:

Personensuche

Ist der Kontakt zu einem Familienmitglied aus familiären Gründen, wegen Migration oder aufgrund anderer Lebensumstände abgebrochen, kann der SSI Schweiz über sein Partnernetzwerk eine Personensuche im Ausland einleiten.

Wird die gesuchte Person gefunden, können wir eine Kontaktaufnahme begleiten und – wenn alle Beteiligten einverstanden sind – die Wiederherstellung der familiären Beziehungen unterstützen.

Weitere Informationen:

Beratung zu Adoption und Kafala

Internationale Adoption und Kafala sind in einen komplexen rechtlichen, ethischen und sozialen Kontext eingebettet. Der SSI Schweiz bietet eine spezialisierte Beratung für Personen und Paare an, die Informationen oder Begleitung zu einem internationalen Adoptions- oder Kafala-Vorhaben wünschen. Die Beratung wird von einer externen Expertin auf Französisch oder Englisch durchgeführt. Sie umfasst Informationen zum Haager Übereinkommen von 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption sowie zum Verfahren und zur Gesetzgebung.

Weitere Informationen:

CIR

Le Das Internationale Referenzzentrum für die Rechte von Kindern ohne elterliche Fürsorge (CIR), das beim Generalsekretariat des SSIangesiedelt ist, stellt Ressourcen, Länderanalysen, Schulungsinstrumente und ein Dokumentationszentrum zu den Rechten von Kindern ohne elterliche Fürsorge zur Verfügung.

Unsere Leistungen

1

Herkunfts- und Personensuche in der Schweiz und im Ausland

2

Orientierung und Begleitung

3

Lokalisierung der gesuchten Person

4

Wiederherstellung von Beziehungen auf freiwilliger Basis beider Seiten

Internationale Lebensgeschichte
Lebensgeschichte

Ana findet ihre leibliche Mutter in Moldawien

Im Frühling 2024 erhielt der SSI Schweiz einen Auftrag für eine Herkunftssuche in Moldawien: Ana, die 2001 aus Moldawien in die Schweiz adoptiert worden war, suchte ihre leiblichen Eltern. Die Namen und Geburtsdaten der Eltern waren aus den Adoptionsunterlagen bekannt. Ana selbst hatte keine Erinnerung an ihre ersten fünf Lebensjahre. Aufgrund ihrer persönlichen Situation wird sie bei ihren Schritten von einer Beiständin unterstützt und von einem Psychologen begleitet, der den Kontakt zum SSI Schweiz hergestellt hat.

Der SSI Schweiz übermittelte das Dossier mit allen verfügbaren Dokumenten an seine Partnerorganisation in Moldawien. Dank der Suche konnte die leibliche Mutter identifiziert werden.

Die Partnerorganisation konnte die Mutter kontaktieren und ein Gespräch organisieren, das ihre Identität bestätigte. Sie selbst hatte mehrmals erfolglos versucht, ihre Tochter zu finden, ohne zu wissen, dass diese ins Ausland adoptiert worden war. Sie hatte das Kind als Minderjährige unter sehr schwierigen Umständen bekommen und war daher gezwungen gewesen, es zur Adoption freizugeben.

In der Folge begannen Mutter und Tochter, sich mit Begleitung des SSI Schweiz und der Partnerorganisation Briefe zu schreiben. Nach einigen Briefwechseln organisierten und begleiteten der SSI Schweiz und seine Partnerorganisation zwei Videoanrufe zwischen Tochter und Mutter, unterstützt von einer Dolmetscherin. Beide Gespräche waren sehr bewegend; Tochter und Mutter weinten. Die Mutter sagte, sie habe sich in ihrem ganzen Leben noch nie so glücklich gefühlt. Die Anrufe gehen weiter, inzwischen jedoch ohne Beteiligung des SSI und seiner Partnerorganisation. Eine Reise der Tochter nach Moldawien ist geplant.

* Name geändert

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